Einblicke

An dieser Stelle berichten die ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen unseres Hospizes über ihre persönlichen Erfahrungen, von besonderen Momenten, intensiven Begegnungen und bewegenden Abschieden. Außerdem werden Sie hier regelmäßig über die Tätigkeiten des Fördervereins Diakonie-Hospiz Wannsee e.V. informiert.

23.03.2015

"Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben"

Maja Kruggel, Verwaltungsmitarbeiterin im Diakonie-Hospiz Wannsee, spricht im Interview über ihre Motivation für das Hospiz tätig zu werden; aus dem Freundesbrief April 2015 des Fördervereins Diakonie-Hospiz Wannsee e.V.

"Die Frau für alles": Maja Kruggel

In welchem Arbeitsbereich sind Sie tätig?

Ich arbeite in der Verwaltung des Diakonie-Hospiz Wannsee. Mein Aufgabenbereich ist recht vielseitig. Frau Behm sagt auch immer gerne: Die Frau für alles. Überwiegend unterstütze ich die Geschäftsleitung. Dazu gehört z.B. der Telefondienst, der Schriftverkehr, die Pflege der Spendenlisten oder des Adressverteilers. Feste zu organisieren und mitzugestalten schließe ich auch in meinen Aufgabenbereich ein.

Außerdem erstelle ich Statistiken, die darüber Auskunft geben, wie viele Aufnahmen und Entlassungen es innerhalb eines Jahres gab oder wie viele Gäste in unserem Haus verstorben sind. Dabei konnte ich im Verlauf auch feststellen, dass die aufgenommenen Gäste jünger geworden sind und wir durch die enge Kooperation mit dem HELIOS Klinikum Emil von Behring viele Gäste mit einer Lungenerkrankung betreuen.

Wie lange arbeiten Sie bereits im Diakonie-Hospiz Wannsee? Warum haben Sie diese Position gewählt?

2004, also vor gut 10 Jahren, habe ich durch Zufall davon gehört, dass das Hospiz eröffnet und eine Verwaltungskraft gesucht wurde. Ich bin gelernte Bürokauffrau und habe nach meiner Ausbildung in einem Steuerberatungsbüro gearbeitet. Mich den ganzen Tag nur mit Zahlen zu beschäftigen, war mir auf Dauer zu eintönig. Ich bewarb mich im Hospiz und es hat prompt geklappt. Meine Tochter war zu dem Zeitpunkt erst ein halbes Jahr alt, aber ich dachte mir: Wenn dann jetzt oder nie!

Was macht Ihnen besonders viel Spass an Ihrer Arbeit?

Bevor ich im Hospiz anfing zu arbeiten, bin ich noch nie damit in Berührung gekommen. Ich war damals 25 Jahre alt. Die Auseinandersetzung mit den Themen Tod und Sterben kam erst später, auch die eigene Konfrontation.

Der zwischenmenschliche, soziale Aspekt spielt für mich eine große Rolle. Ich arbeite viel am Schreibtisch, habe aber trotzdem noch den Kontakt zu Angehörigen und Gästen. Alle 14 Tage gestalte ich gemeinsam mit einer Altenpflegerin einen Nachmittag für unsere Gäste. Wir spielen Gesellschaftsspiele, kochen gemeinsam oder gehen spazieren.

Wie ist es, wenn man weiss, dass ein Mensch sterben wird?

Wenn ich darüber nachdenke, dass ein Mensch nur noch eine begrenzte Zeit zu leben hat, dann ist es mir wichtig, ihm noch so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen. Es macht mich natürlich auch traurig. Gerade wenn ein junger Mensch ins Hospiz kommt, der vielleicht auch Kinder hat, so wie ich, dann berührt mich das sehr. Ich persönlich lebe anders, intensiver als vorher, weil man ja nie weiß, wie lang das Leben für einen selbst noch ist.

Gibt es ein besonderes Ereignis, an das Sie sich erinnern?

Vor zwei oder drei Jahren hat ein Gast hier im Hospiz seine Verlobung gefeiert. Es war sein letzter Wunsch und ich finde es toll, dass das noch ermöglicht wurde.

Können Sie das Erlebte im Hospiz lassen oder fällt es Ihnen schwer abzuschalten?

Ich kann das ganz gut trennen: meine Arbeit hier und mein Privatleben. Ich habe zwei Kinder. Das Familienleben hilft mir dabei.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben. Das ist das, was ich mir oft sage.

 
 
Seite drucken
 
Alle Informationen zum Thema

Unterstützen Sie uns

Wir suchen Ehrenamtliche

  • Sie möchten sich im Diakonie-Hospiz Wannsee engagieren? Hier finden Sie alle Informationen

Termine

  • 26 Juli 2017
    Supervision
    mehr
  • 26 Juli 2017
    EA-Vorbereitungskurs
    mehr
  • 03 August 2017
    Trauercafé
    mehr

Weitere Termine

Direkt-Links